compleo newsletter 02/2009
Inhalt
Nicht-finanzielle Anreize zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern Das Arbeitszeitgesetz in Deutschland zwischen Gesetzestext und Realität
compleo Newsletter 02/2009
Sehr geehrte Damen und Herren, wir freuen uns, Ihnen die erste Ausgabe unseres Newsletters im Neuen Jahr 2009 zukommen zu lassen. Trotz Wirtschaftskrise wünschen wir Ihrem Unternehmen, dass es erfolgreich und unbeschadet durch dieses schwierige Jahr kommen wird. Auch in dieser Ausgabe finden Sie wie immer drei Artikel zu aktuellen Themen, die einen konkreten Nutzen für Sie, unsere potentiellen Kunden, haben sollen. Die Schweiz als attraktiver Unternehmensstandort und Alternative für Firmen aus den EU-Ländern ist das Thema unseres ersten Artikels. Das kleine Alpenland hat im Vergleich mit anderen OECD-Ländern viele Vorteile zu bieten. Als zweites lesen Sie einige Überlegungen und Tipps zur dauerhaften Gewinnung von „High Potentials“ für Ihr Unternehmen. Hier spielen immer häufiger auch nicht-finanzielle, ideelle Anreize eine Rolle. In unserem letzten Artikel beschäftigen wir uns mit dem aktuellen Arbeitszeitgesetz in Deutschland. Hier stimmen Gesetzestext und Realität nicht immer überein. Wir wünschen Ihnen viele Anregungen und neue Ideen beim Lesen unseres Newsletters und freuen uns über Ihre Rückmeldungen. Ihr compleo-team
Standort-Alternative SchweizDas Standort-Marketing für EU-Firmen gewinnt heutzutage, in Zeiten der zunehmenden Globalisierung immer mehr an Bedeutung. Patriotismus ist dabei im Zeichen der Wirtschaftskrise oftmals fehl am Platz. Immer mehr Unternehmen prüfen derzeit eine Standortverlagerung ins Ausland um an verschiedenen Stellen Gelder für dringende Zukunftsinvestitionen frei zu machen. Die Schweiz ist als Standort-Alternative für EU-Firmen sicherlich keine schlechte Wahl. Deutliche Vorteile ergeben sich in der Schweiz bei der Kapitalbeschaffung. Auch die bekannten Steuervorteile tragen zur positiven Einschätzung der Schweiz als Standort bei. Des Weiteren profitieren Unternehmen vom anerkannten Testmarkt und von den Vorteilen des Technologiestandortes Schweiz. Laut einer Rangliste der Financial Times ist die Schweiz für die Weiterentwicklung von High-Tech-Produkten sogar weltweit am besten vorbereitet. Zudem stuft die OECD die Schweiz beim Erwerb neuer Fertigkeiten und Technologien in den zukünftigen Wachstumsbranchen auf den ersten Rang unter den Industriestaaten ein. Die Schweizer Wirtschaft ist stabil. Die Inflationsrate, zum Beispiel, blieb in den vergangenen Jahren regelmäßig unter 1% und somit deutlich niedriger als die der EU und der USA. Auch gesunde öffentliche Finanzen und so gut wie keine Streiks tragen ihren Teil zur Stabilität bei. Bei der Standortfrage nicht zu vernachlässigen ist der Aspekt des hohen Entwicklungstands der Schweizer Wirtschaft. Die Schweiz gehört zu den Ländern mit dem höchsten Anteil des Außenhandels am Bruttoinlandsprodukt. Dabei ist Europa allen anderen voran der wichtigste Absatzmarkt. Deutschland ist nicht nur wichtigster Kunde, sondern auch der bedeutendste Lieferant der Schweiz, gefolgt von Frankreich und Italien. Auch die geografische Lage des Landes und seine föderalistische Organisation tragen zum Beliebtheitsgrad der Schweiz bei. Als Treffpunkt für verschiedene Kulturen und Sprachen bildet die Schweiz den Schnittpunkt europäischer Technologieachsen. Unter den OECD-Ländern hat die Schweiz sogar den höchsten Anteil an ausländischen Studenten, was zum großen Teil an der hohen Qualität des schweizerischen Bildungssystems liegt. Dieses System wiederum bildet die Grundlage für die Kompetenz und Fachwissen der Arbeitskräfte. Somit ist internationale Expertise in der Schweiz reichlich vorhanden. Diese und andere Vorteile bietet der Standort Schweiz. Die compleo AG agiert seit vielen Jahren als zuverlässiger Partner für in der Schweiz angesiedelte Unternehmen. Sei es im Recruiting, als externe Personalabteilung oder für einzelne Projekte im Bereich HR …wir kennen den Markt und unterstützen Sie gerne!
Nicht-finanzielle Anreize zur Gewinnung und Bindung von MitarbeiternUm im sogenannten „war for talents“ um qualifizierte Fach- und Führungskräfte mithalten zu können, können gerade kleinere und mittelgroße Unternehmen gut durch nicht-materielle, ideelle Anreize punkten. Bei den finanziellen Anreizen und den sogenannten „fringe benefits“ können sie in der Regel mit den Großen ihrer Branche kaum mithalten. Für gute Kandidaten sind das Wertesystem eines Unternehmens, eine familiäre Arbeitsatmosphäre oder kurze Informationswege und ein „guter Draht“ zum Chef oftmals noch wichtiger als die Höhe des Gehalts. Dabei muss diese Unternehmenskultur glaubwürdig und konsistent nach innen und außen kommuniziert werden, gerade in kleinen Branchen spricht sich das Image eines Arbeitgebers sehr schnell herum. In verschiedenen Studien hat sich immer wieder gezeigt, dass folgende Kriterien sowohl für die Gewinnung als auch für die Loyalität von qualifizierten Mitarbeitern entscheidend sind: Ein gutes Betriebsklima, interessante und fordernde Aufgaben, gezielte Fortbildung, Aufstiegschancen, Verständnis des Arbeitgebers für eine ausgewogene Life-Work-Balance, glaubwürdig vorgelebte Werte des Arbeitgebers und die Innovationskraft des Unternehmens. Für Führungskräfte sind daneben natürlich auch Statussymbole wie der klassische Dienst-PKW, Tiefgaragen-Parkplatz, Größe, Ausstattung und Lage des Büros, Zahl der Backoffice-Mitarbeiter etc. bedeutsam. Hier sollte sich jedes Unternehmen überlegen, welche Vorteile es im Vergleich zu Wettbewerbern bieten kann. Wichtig ist insgesamt, keine übertriebenen Versprechungen zu machen, sondern sich auf wenige, klar herausgearbeitete Stärken des Unternehmens zu konzentrieren und diese überzeugend zu kommunizieren. Dazu können natürlich auch der Standort des Unternehmens in einer attraktiven Stadt/Region oder gute Sport-, Kultur- und Freizeitmöglichkeiten in der Nähe des Unternehmens gehören (auch Betriebssport, Mitgliedschaft im Fitnessstudio etc.). Damit gute Mitarbeiter loyal zu einem Unternehmen stehen, sind regelmäßige Mitarbeitergespräche wichtig, in denen der Chef klar sagt, welche Ziele er anstrebt. Die Mitarbeiter sollten aber auch an der Zielsuche beteiligt werden, um ihre Motivation zu erhöhen. In jedem Fall müssen die Chefs natürlich das glaubwürdig vorleben, was sie von ihren Mitarbeitern verlangen. Dabei sind die folgenden fünf Werte wohl entscheidend: Glaubwürdigkeit, Respekt und Fairness, Stolz auf sich und die Firma sowie Team-orientierung bzw. ein kollegialer Führungsstil. Praxistipp Was können Sie beispielhaft konkret tun, um qualifizierte Mitarbeiter für Ihr Unternehmen zu interessieren und sie an sich zu binden?
Sollten Sie weiteren Informationsbedarf zu diesem Thema haben, rufen Sie uns gerne an! Wir unterstützen Sie sowohl im Recruitment als auch im gesamten HR-Management.
Das Arbeitszeitgesetz in Deutschland zwischen Gesetzestext und RealitätDas vertragliche Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern lässt sich auf eine relativ einfache Gleichung bringen. Die gesetzlichen Arbeits- und Ruhezeiten sind in den §§3-15 des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) geregelt. Demnach beträgt die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer acht Stunden. Sie darf nur dann bis zu maximal zehn Stunden ausgedehnt werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktägliche Arbeitszeit nicht überschritten werden (§3 ArbZG). Der Arbeitgeber ist zudem verpflichtet, dem Arbeitnehmer Ruhepausen und Ruhezeit zu gewähren. Hinsichtlich der Ruhepausen ist zu beachten, dass eine Arbeitszeit von sechs bis neun Stunden mindestens für 30 Minuten unterbrochen werden muss. Bei mehr als neun Stunden Arbeit beträgt die Zeit der Ruhepause mindestens 45 Minuten. Unter der Ruhezeit ist die Zeit zu verstehen, welche nach der Beendigung des Arbeitstages eintritt. Die Ruhezeit muss laut Gesetz mindestens 11 Stunden betragen. An Sonn- und gesetzlichen Feiertagen gilt generell, dass Arbeitnehmer nicht zu beschäftigen sind, es sei denn die Arbeiten können nicht an Werktagen vorgenommen werden. Grundsätzlich sind Sonn- und Feiertagsarbeit genehmigungspflichtig. Im Falle der Überschreitung der gesetzlich bestimmten Arbeitszeiten ist mit Bußgeldern von bis zu 15.000 € für den Arbeitgeber zu rechnen. Handelt ein Arbeitgeber wiederholt fahrlässig oder vorsätzlich und die Gesundheit oder Arbeitskraft des Arbeitnehmers wird dadurch gefährdet, so droht ihm laut §23 ArbZG sogar eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Dennoch sieht für viele Arbeitnehmer in Deutschland die Realität häufig anderes aus als das Gesetz dies vorsieht. Laut EU Statistik zur Erfassung der Arbeitszeit zeichnet sich ein Trend zur Verlängerung der Arbeitszeiten in Deutschland ab. So wird etwa bei tariflich festgelegten 37,6 Stunden pro Woche durchschnittlich 41,1 Stunden gearbeitet. Im Vergleich zum Jahr 2003 sind die Arbeitszeiten damit um 3,3 Stunden pro Woche gestiegen. Laut unterschiedlichster Studien machen 95% der befragten Arbeitnehmer in Deutschland Überstunden. Hiermit liegt Deutschland auf Platz 5 hinter Bulgarien, Rumänien, Großbritannien und Tschechien, wo noch längere Arbeitszeiten üblich sind. Die compleo AG ist ihr kompetenter Ansprechpartner in allen Bereichen des HR-Managements. Bitte kontaktieren Sie uns jederzeit, wenn Sie noch Fragen zum Thema Arbeitszeit haben. |
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